Im Moment wird ja diskutiert, ob es vertretbar ist, Anbaufläche für die Erzeugung von Biosprit zu verwenden, wenn man doch Lebensmittel anbauen könnte.
Ganz abgesehen, davon, das man in Filmen wie “Unser täglich Brot” und im Web hört, das die momentane Landwirtschaft weltweit eigentlich 9 Mrd. Menschen ernähren könnte, habe ich letzte Woche ein paar interessante Zahlen gesehen:
Weltweiter Getreideverbrauch:
- Lebensmittel 47%
- Biosprit 5%
- Tierfutter 36%
(Quelle Food and Agriculture Organization of the United Nations)
Deswegen das alte Argument, das ich seit über 10 Jahren gerne in Gesprächen bringe, warum ich Veganer bin: Es ist einfach ineffizient, tierische Nahrung zu erzeugen.
Keine Gefühlsduselei (arme Tiere) oder ethische Bedenken (ist das Massenmord) sondern eine einfache Rechenaufgabe:
Damit ein Schwein 1kg zunimmt muss man etwa 5kg Futter aufwenden, bei Kühen sogar 10kg. Ganz abgesehen davon werden auch große Mengen Wasser (s. virtuelles Wasser) verbraucht und gefährliche Treibhausgase erzeugt (CO2 und Methan). Isst man die pflanzliche Nahrung direkt, bekommt man min. 5 bis 10 Menschen satt, hat jede Menge Trinkwasser übrig und trägt nicht zur Klimaerwärmung bei.
Dabei muss man dann auch noch beachten, dass in der EU kein Tiermehl mehr verfüttert werden darf. Das bedeutet, von einem Schwein wandert etwa die Hälfte in Verbrennungsöfen! Damit verbrennt man aber auch die Hälfte der eingesetzen pflanzlichen Nahrung. Das bringt keinen Nutzen, die “thermische Entsorgung” kostet auch noch Geld.
Schön zusammengesfasst in diesem Video des BR: Fataler Fleischkonsum.
Deswegen könnte man sich doch fragen, warum man nicht versucht, den Fleischkonsum, der zudem zu vielen Erkrankungen führt, drastisch zu senken und gleichzeitig andere Quellen für Protein und Energie aufzubauen.
Mein Traum würde ja so aussehen: Wir essen alle direkt pflanzliche Lebensmittel, alle Menschen haben dadurch auch wirklich was zu essen, die armen Länder erzeugen in sonst nicht nutzbaren Wüsteregionen nur aus Sonne und Meerwasser Öl und Energie in Plankton-Anlagen und steigern dadurch den Lebensstandard, der CO2-Ausstoß geht gegen Null, die Meere steigen nicht weiter und vernichten kein Land, es müssen keine Urwälder gerodet werden, keine Tierpopulationen zum Nahrungsgewinn ausgerottet werden. Dann müßten nur noch Kriege wegen Religionen oder Rohstoffen ausgemerzt werden und viele Krankheiten durch die bessere Versorgung zurückgedrängt werden.
Vielleicht träume ich doch wieder von Marskolonien – scheint bei einem Blick in die Nachrichten irgendwie realitischer :|