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Fleisch für alle?

Das immer mehr Menschen immer öfters Fleisch essen wollen ist ein großes Problem. Läßt man mal die ethischen Bedenken beiseite, so ist die „Fleischerzeugung“ unglaublich ineffizient, verbraucht viele Ressourcen, verschmutzt die Umwelt und trägt stark zur Klimaerwärmung bei. Um eine tierische Kalorie zu erzeugen, verbraucht man je nach Tierart zwischen 7 und 11 pflanzliche Kalorien. Es  ist also einfach nicht mehr genug Fläche vorhanden, um genug Futter anbauen zu können und so wird oft z.B. Regenwald gerodet, nur um für ein bis zwei Jahre Rinder ernähren zu können, danach ist die Fläche verloren. Der fehlende Wald kann kein CO2 mehr binden, dafür erzeugen Rinder und andere Tiere große Mengen an Methan, das 25 mal so stark wie CO2 wirkt und auch die festen Abfälle müssen irgendwie entsorgt werden.  Um 1KG Rindfleisch zu erzeugen, werden im ganzen Ablauf der Produktion übrigens über 15.000l Wasser verbraucht und Massentierhaltung funktioniert nur mit Medikamenten und trotzdem kommt es zu Massenepedemien.

Medikamentenrückstände, Gammelfleisch und Erreger (Salmonellen, Campylobacter, E-coli, BSE, Vogelgrippe, …) landen letztendlich beim Menschen und selbst wenn die Qualität stimmt, scheint zu viel Fleisch nicht besonders gesund zu sein, wird es doch als Ursache vieler Zivilisationskrankheiten angegeben (Übergewicht, hoher Blutdruck, Cholesterine, Herz- / Kreislauferkrankungen, Krebs, …).

Trotz dieser vielen Gründe werde ich meist sehr merkwürdig angeschaut, wenn jemand herausfindet, dass ich Veganer bin. In der fast schon zwangsläufig folgenden Diskussion muss ich mich dann meistens verteidigen, weil die meisten Fleischesser meinen, das nur Ihre Ernärung normal wäre. Es folgen die üblichen Vorurteile wie „Genussfeindlichkeit“, Mangelerscheinungen und mangelnde Leistungsfähigkeit, die bei mir aber auch nach über 12 Jahren veganer Ernährung nicht greifen. Nachdem dann meist eingeräumt wird, dass zu viel Fleisch sicher auch nicht gut ist und auch die Umwelt- und in manchen Fällen sogar die Ethik-Argumente gegeriffen haben, kommt das „Totschlagargument“: Ich kann aber nicht auf Fleisch verzichten und es schmeckt doch auch so gut.

Was will man da sagen – das alleine rechtfertigt natürlich die Zerstörung der Umwelt, millionenfaches Leiden und Töten und die Beeinträchtigung der eigenen Gesundheit ;)

Bleibt mir nur zu hoffen, dass es nicht tatsächlich noch 20 Jahre dauern wird, bis man auch Fleisch direkt als Zellen ohne Tier züchten kann, damit jeder Mensch endlich ohne Bedenken rund um die Uhr Fleisch essen kann: Wissenschaftler wollen Fleisch aus Stammzellen züchten

siehe auch: Treibhausgase, virtuelles Wasser im Fleisch, Erhöhtes Krebsrisiko

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2 Kommentare

  1. Manuel 11. Januar 2009

    Schöner Artikel zum Thema!
    Wie kamst du gerade drauf?

    Neben der Standardseite von PETA zum Thema Vegetarier gibt’s noch eine andere gute Seite. http://www.futurefood.org. Die befassen sich, wie der Name schon sagt, mit eben z.B. In-Vitro-Fleisch usw.. Die PETA bietet sogar 1 Mio. Dollar demjenigen, der dieses Future-Food-Verfahren weiter bringt. Stand neulich im Focus – http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/mensch/forschung-fleisch-aus-dem-reagenzglas_aid_355471.html

    Leider muss ich gestehen, dass ich ebenfalls gerne Fleisch esse. Will das so langsam aber sicher einschränken. Fällt nur schwer. Ist wohl wie Rauchen.

    Achso… zu dem Thema gibt’s einen „schönen“ Film zum abgewöhnen. Heißt „Earthlings“ und kann hier (http://veg-tv.info/Earthlings) angeschaut werden. Ist jedoch nix für schwache Gemüter. Eine Freundin konnte danach einige Wochen kein Fleisch mehr essen.

    Wünsch dir viel Glück, falls du noch weiter versuchen solltest, Leute vom Fleisch fern zu halten!

  2. Martin 11. Januar 2009

    Hey, danke für die vielen guten Links! Ich kam drauf weil der Bericht zu den Fortschritten bei der Erzeugung von Fleisch direkt aus Zellen in 3sat (nano) lief und ich erst letzt wieder heftige Diskussionen mit Fleischessern hatte ;)

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