martins privates blog - Wieder ein Blog aus Stuttgart ;)

“Wollt Ihr den totalen … Überwachungsstaat?”

Im Heise-Forum gelesen – “Wollt Ihr den totalen … Überwachungsstaat?” – verglichen wird der Anschlag auf das WTC und seine Folgen mit dem Reichtagsbrand in dessen Folge die NSDAP weitestgehende Überwachungungen für “nötig” hielt. Geht natürlich etwas sehr weit und andere Artikel verteidigen Schäuble, der nur das Beste will. Dummerweise wollten das auch Menschen wie Honecker (“Ich liebe Euch doch alle, ich liebe alle Menschen”) und jeder kennt den Spruch “Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert”…

“Wer sich ständig überwacht und beobachtet fühlt, kann sich nicht mehr unbefangen und mutig für seine Rechte und eine gerechte Gesellschaft einsetzen. Es entsteht allmählich eine unkritische Konsumgesellschaft von Menschen, die “nichts zu verbergen” haben und dem Staat gegenüber – zur vermeintlichen Gewährleistung totaler Sicherheit – ihre Freiheitsrechte aufgeben.” (Zitat von vorratsdatenspeicherung.de)

Natürlich gibt es in den Schäuble-Interviews die üblichen Beschwichtigungen. Daten aus dem privaten Bereich sollen nicht angetastet werden – fragt man sich schon, wie da unterschieden werden soll. Zudem hieß es das bei den Maut-Daten auch – diese Daten sollten ja auch NUR zur Mautberechnung und auf GAR KEINEN FALL für andere Zwecke verwendet werden. Jetzt sollen sie für die Strafverfolgung verwendet werden. Natürlich hört sich das einzeln betrachtet auch gut an aber im Kontext gesehen: wo geht es hin? Es können dank der Verbindungsdaten jetzt schon Bewegungsprofile (Handy-Ortung) und Kommunikationsprofile (Verbindungsdatenspeicherung: mit wem wann wie lange gesprochen) erstellt werden – endet es irgendwann damit, das neben dem Fingerabdruck unsere DNA abgelegt wird und wir von Geburt an einen Chip bekommen der jederzeit unseren Standort, unsere genauen Gesundheitszustand usw. verrät und es nichts privates mehr gibt?

“Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten” heißt es immer. Wenn das stimmt, warum hatten wir dann mal Bankgeheimnis, Schweigepflichten usw.? Sind die Menschen, die gerne eine Privatspäre haben automatisch Verbrecher? Haben alle die dem zustimmen wirklich keinerlei Geheimnisse oder Details, die nicht die ganze Welt erfahren darf?

“Wehret den Anfängen” gilt heute wohl leider nicht mehr, dafür ist es schon zu spät, aber welchen Sinn hat es, unsere Freiheiten aufzugeben um sie zu verteidigen…

Und nochmal zum beliebten Thema “Bundestrojaner” – vielleicht bin ich ja auch naiv, wie es Schäuble den Datenschützern vorwirft aber ich finde, vor dem Einsatz von Überwachungssoftware sollten ein paar Fragen geklärt werden:

  • Wer garantiert, dass einmal gewonnene Daten nicht später anders verwendet werden (siehe Maut-Daten)?
  • Wie soll hier trotzdem die Privatshpäre geachtet werden, wenn man doch alles durchsuchen muss?
  • Wie wird sichergestellt, das niemand sonst die offene Tür nutzt (Industrie-Spionage, Hacker, ..)?
  • Wer darf Online-Durchsuchungen machen und wie soll man das prüfen, wenn sie unbemerkt bleiben?
  • Wer stellt sicher, dass Daten nicht verändert werden (Ist schon aus versehen bei beschlagnahmten PCs geschehen)?
  • Wie ist sichergestellt, das niemand belastendes Material über den Zugang auf einem Computer speichern kann? 
  • Ist eine Angemessenheit der Mittel gewährleistet (Schäuble spricht selbst von keiner erhöhten Bedrohung)?
  • Ist die Maßnahme mit der Unschuldsvermutung (jeder ist Unschuldig bis das Gegenteil bewiesen ist) zu vereinbaren?
  • Wer garantiert, dass Unberechtigte keinen Zugang zu Überwachungsdaten erlangen?
  • Gibt es kein Recht auf Informationelle Selbstbestimmung mehr?

Solange es noch so viele offene Fragen gibt, ist die Überwachungssoftware wirklich so eine gute Idee?

Links:
„Fingerabdrücke auch bei Passämtern hinterlegen“ (Schäuble-Interview)
Kritik von Datenschützern ist für Bundesinnenminister Schäuble “naiv” (heise)
Der alte Mann und das Netz (Indiskretion Ehrensache)
“Wollt Ihr den totalen… Überwachungsstaat” (heise-Forum)
Freiheit statt Angst – Demo gegen Sicherheits- und Überwachungswahn
Minister Dr. Wolfgang Maßlos (sueddeutsche.de)

 

18 Monate stuttgart-blog.net

Herzlichen Glückwunsch zum 18-monatigen Bestehen stuttgart-blog.net! Das Blog mit inzwischen knapp 120 Stimmen der Stadt wird zurecht immer beliebter und kann sich über immer mehr Artikel, Kommentare und Besucher freuen. In meinem Feed-Reader hat die Website auch schon lange ihren festen Platz und ich versuche auch selbst immer wieder etwas beizutragen, wenn Zeit bleibt.

In einer Zeit in der Abmahnungen, verwirrende Gerichtsurteile und Gesetzesänderungen immer häufiger werden, ist es übrigens auch schön zu hören, dass die Betreiber des Stuttgart Blogs davon verschont bleiben.

Weiter so! :)

 

Vormittag ohne ICQ

Wie heise.de berichtet, arbeitet ICQ an der “Infrastruktur des Login-Systems” – Folge: wie viele hatte ich auch den halben Tag Probleme mit ICQ und konnte mich mit keinem der Konten einloggen.

Nur gut, das ich den Multimessenger Trillian nutze, so das für den Notfall parallel zur Kommunikation per ICQ auch noch MSN, AIM und Yahoo zur Verfügung stehen ;)

Schade ist allerdings, dass Trillian das open messaging protokoll Jabber nur in der Pro-Version unterstützt, vielleicht sollte ich mir doch mal die Zeit nehmen auf den Miranda-Client umsteigen, der inzwischen mehr Protokolle unterstützt…

 

Foto des Monats März 07

Die Wahl in der Fotogalerie-Stuttgart ist abgeschlossen, das Bild des Monats März 07 ist ein Foto der Johanneskirche von Klaus:

Bild des Monats März 07

Herzlichen Glückwunsch :)

 

Internet zum Schutz des Regenwaldes

 Im Amazonasgebiet unterwegs und keine Möglichkeit den Blog zu aktualisieren? Bald kein Problem mehr – die brasilianische Regierung will 150 Gemeinden die teilweise nur per Boot zu erreichen sind, kostenlos per Satellit ans Internet anbinden. Diese Maßnahme soll helfen den Regenwald zu schützen, indem so über illegale Rodungen berichtet wird..

Link:
http://news.yahoo.com…

 

Webmontag ganz im Zeichen von SecondLife

Der 5. Stuttgarter Webmontag ist also auch vorbei. Nach einer kleinen Demo von Thilo Hardt, der seine Platform smsapi.de zum Versand von SMS per SOAP-Schnittstelle vorstellte, ging es bis 22 Uhr um SecondLife. Oliver Gassner stellte SecondLife etwas genauer vor und anschließend präsentierte Alvar Freude SL in einer LifeDemo, um anschließend SecondLife in einigen Punkten etwas kritischer zu hinterfragen (Titel: Warum Second Life kein Web 3.0 ist). Besonders ging es dabei um den Hype um SL, die Benutzerzahlen und andere Statistiken, die LindenLab veröffentlicht hat und die sich nicht überprüfen lassen.

Die anschließende Diskussion “Was macht das Web aus? Wie wird das Web 3.0 aussehen?” blieb leider etwas auf der Strecke und es ging mehr um Stärken und Schwächen von SL.

Erst am Schluss betonte  Oliver Gassner, dass es doch eigentlich nicht um die Probleme oder Vorteile von SL geh, sondern um die Frage, ob die Zukunft des Webs in der dritten Dimension liegt (Web 3.0 = Web 3D?). Leider war die öffentliche Diskussion an dieser Stelle dann beendet und ich musste mich auch wieder auf den Weg ins Büro machen…

Vielleicht könnte man ja mal die Event-Area auf der Insel “Baden-Wuerttemberg” zu einem Teffen nutzen oder sogar den Vortragsraum?! Nur mal so für den oft  bemühten “Proof of Concept” – dann muss man auch nicht die Diskussion abbrechen, nur weil ein Tisch bestellt ist oder die Leute gehen müssen ;)

Ach ja, einen ausführlicheren Bericht gibt es auch bei Henning.

Nachtrag: Oliver Gassner schreibt “Nein, es geht darum, dass 3D (wahrscheinlich) nicht wieder weggeht. Nicht darum, dass/ob es 100% des Netzes ausmacht.” – ok, war etwas mißverständlich – klar das es mir nicht um eine komplette Ablösung ging – besser sollte es vielleicht heißen “auch in 3D liegt”. Das “3D nicht wieder weggeht” denke ich auch, bzw. als bekennender Computer-Spieler glaube ich es zu wissen, weil ich mich schon seit fast 10 Jahren mit Freunden in 3D-Umgebungen über LANs und WANs herumtreibe. Abgesehen davon ging es in meiner Dipl.-Arbeit um die 3D-Visualisierung von Rechenergebnissen in einem Java-Applet – auch eine (hoffentlich) sinnvolle Nutzung von 3D über das Internet ;)

 

Dr. Web Wallpaper-Wettbewerb entschieden

Der Wettbewerb, den drweb.de veranstaltet hat, ist beendet und die Sieger stehen fest. Mich persönlich begeistert das Werk auf Platz 1 jetzt nicht so besonders – ich finde Platz 3 eigentlich besser, aber das ist nur mein Geschmack…

 

Das Gemetzel beginnt mal wieder…

Schon merkwürdig – ein süßer, kleiner, weißer Eisbär in einem Zoo in Deutschland löst ein kaum endendes Medienecho aus. Es gibt einen riesen Aufschrei als diskutiert wird, Knut einzuschläfern. Da fragt man sich doch, wo ein entsprechender Aufschrei bleibt, wenn jetzt wieder über 270.000 genauso süße, kleine und weiße Tiere brutal erschlagen werden:

Robbe

Links:
 http://www.stern.de/wissenschaft/…
http://www.spiegel.de/…

 

“Minister Dr. Wolfgang Maßlos”

“Minister Dr. Wolfgang Maßlos” – so der Titel eines neuen Artikels auf sueddeutsche.de. Es geht um den Katalog von Maßnahmen und Gesetzesänderungen, die Wolfgang Schäuble zur “Terrorabwehr” umsetzen möchte.

Zitat aus dem Artikel: “Der Schäuble-Plan ist vielmehr ein Plan zum Umbau des Rechtsstaates in einen Präventions- und Sicherheitsstaat” – und weiter: “In der inneren Sicherheit gilt, wie bei der Gentechnik, der Satz: Es darf nicht alles gemacht werden, was gemacht werden kann”. Ein gutes Fazit, wie ich finde!

Neben den üblichen Protesten von Datenschützern, spricht sich diesmal auch die Polizeigewerkschaft gegen den Schäuble-Katalog aus.

Link:
http://www.sueddeutsche.de/…

 

April April 2007

Ok, ich hatte auch eine Liste angefangen mit allen Meldungen zum 1. April, die mir untergekommen sind. Die Liste war dann aber bei weitem nicht so umfangreich wie diese Liste – also habe ich es dann doch gelassen ;)