Datenschutz 2.0

Die Telekom hat einen Datenschutz-Skandal nach dem anderen, Regierungen und staatliche Organisationen (nicht nur in England) verlieren oder veröffentlichen ungewollt private Daten, Trojaner, Spyware und Phishing-Attacken stehlen private Daten – als Datenschützer hat man es nicht eben leicht.

Anders als bei den oben genannten Problemen haben Nutzer im Web 2.0 allerdings Einfluß darauf, welche Daten sie veröffentlichen und welche nicht. Und das ist auch gut so, denn nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie ist es um den Datenschutz in den untersuchten Netzwerken (MySpace, Facebook, studiVZ, wer-kennt-wen, Lokalisten, XING und LinkedIn) nicht sehr gut bestellt:

Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen (PDF)

Obwohl auch noch mit erheblichen Problemen schnitt facebook am besten ab, ganz am Ende finden sich die Lokalisten.

Mal schauen, ob ich für blogoscoop Schlüsse aus der Studie ziehen kann – obwohl hier jetzt schon Spitznamen gehen, die E-Mail-Adresse geheim bleiben kann und auch die Sichtbarkeit von persönlichen Daten eingeschränkt werden kann :)

via e-recht24.de

Datenschutz ist Bürgerrecht

Gestern gab es auf Phoenix die Live-Übertragung der ersten Lesung des neuen BKA-Gesetzes zu sehen.  Eine Zusammenfassung gibt es hier: tagsesschau.de: Gesetz für eine “Monsterbehörde”?

Ich habe letzt schon im Blog von Henning etwas meiner Frustration Luft gemacht, was die Möglichkeiten zur Abwendung immer weiterer Überwachung angeht, trotzdem hier ein Linktip, den ich über twitter gefunden habt:




www.datenschutz-ist-buergerrecht.de

Hier gibt es neben News (RSS-Feed) unter anderem auch einen kleinen Datenschutztest und Hintergrundinfos.

Damit habe ich wohl schon genauer hingeschaut, als eine Autorin von sueddeutsche.de ;)

Demnächst Fingerabdrücke im Personalausweis?

Warum bin ich inzwischen eigentlich kaum noch überrascht, dass immer noch mehr private Daten gesammelt werden sollen? Nachdem man bisher wegen des Reisepasses ja einfach nur auf Reisen in Nicht-EU-Länder verzichten musste, wenn man nicht wollte, das die Fingerabdrücke erfasst werden, wird man bald nicht mehr daran vorbeikommen. Zumindest wenn die neuen Pläne des Innenministeriums Realität werden, nach dem die beiden Abdrücke der Zeigefinger im Personalausweis gespeichert werden.

Nach den letzten Erfahrungen wird der von Innenminister Schäuble geforderte elektronische Personalausweis wohl genauso Realität werden, wie die EU-weite Durchsuchung und Konfiszierung von Datenträgern z.B. in Laptops und MP3-Playern, wie sie in den USA schon länger Realität ist.

Erfassung biometrischer Daten des Gesichts, aller Kommunikationsverbindungen, kompletter Bewegungsprofile dank Handy, Fingerabdrücke im Reisepass, unbemerktes Auslesen der Daten via RFID-Chip, jede Menge Videomaterial sobald man das Haus verlässt, gläserne Bankkonten, kein besonderer Schutz bei Anwälten, Ärzten, Journalisten oder Seelsorgern, das Lesen von Briefen, Massen-DNS-Tests, abhören von Telefonaten und privaten Gesprächen, Spuren beim surfen im Web und nutzen von Google und anderen Diensten, Spuren beim On- und Offline-Einkauf dank EC-, Kredit-, und Bonuskarten bald wohl auch Fingerabdrücke im Personalausweis (für jeden Pflicht), Videoaufnahmen in der eigenen Wohnung, geheime Hausdurchsuchungen und vieles mehr.

Nur gut, das man nichts befürchten muss, wenn man nichts zu verbergen hat und dass auch niemand ein Interesse hat, die ganzen erfassten Daten zu mißbrauchen oder gar zu verändern und Schäuble persönlich wird sicherstellen, das Unbefugte keinen Zugriff auf fremde Daten erhalten.

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