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Gesetz gegen „Killerspiele“ – Unnötig? Arbeitsplätze und Spitzentechnologie gefährdet?!

Der von Bayern eingebrachte und von Niedersachsen unterstützte Antrag auf Verschärfung des Jugendschutzgesetzes stößt auf heftige Kritik. Viele Wissenschaftler und Politiker sind der Meinung, dass zusätzliche gesetzliche Regelungen unnötig sind, bestehendes Recht könnte konsequenter angewendet werden.

Jetzt reden Spielehersteller offen über Verlagerung Ihrer Firmen ins Ausland, sollte es ein zusätzliches Gesetz gegen Spiele mit Gewalt geben. Die Firmen sind momentan sehr verunsichert – besonders da nie klar sein könne, wo die Grenze zu ziehen sei. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes interaktive Unterhaltungssoftware, Olaf Wolters gegenüber dem Tagesspiegel: „selbst die Moorhuhn-Jagd ist gewalthaltig“. Wo zieht man also die Grenze was illegal ist und was nicht? Und wer macht das in jedem Einzelfall eigentlich? In einem Stern-Interview zeigt sogar Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein, MdL das dies schwierig werden könnte – die deutsche Version des auslösenden Spiels „Counterstrike“ will er erlauben, die US-Version verbieten.

Einige Firmen – z.B. die mit Ihrem Produkt „Crysis“ im Bereich 3D-Ego-Shooter mit weltweit führende Firma Crytekdrohen inzwischen offen damit Deutschland zu verlassen. Dabei sollte man bedenken, dass seit einiger Zeit mit Video- und Computerspielen weltweit mehr Geld verdient wird als in anderen Branchen der Unterhaltungsindustrie (Kino, Video, DVD, usw.).

Abgesehen davon sind gerade Computerspiele große Triebfedern des Fortschritts im Hard- und Softwarebereich, da sie ständig vorhandene Mittel ausschöpfen und neue Leistungsrekorde verlangen. In Deutschland alleine gibt es über 20 Mio. Computerspieler, die für ihre neusten Spiele ständig nach neuer Hard- und Software verlangen. Gerade im Bereich 3D-Darstellung sind die neusten Grafikkarten schon nach etwa 6 Monaten „veraltet“ und Computerspieler sind bereit sehr viel Geld für dieses Hobby auszugeben. Zudem werden Computerspieler, z.B. im Umstrittenen Spiel Half Life bzw. Counterstrike gerade auch als neue Zielgruppe für neue Werbeformen („in-game ads“) entdeckt.

Abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung beeinflussen sich besonders im Bereich 3D-Technologien Unterhaltung, Wissenschaft und Technik gegenseitig. Mit der gleichen Technologie, die den Kern von sog. „Killerspielen“ bilden, können z.B. auch sofort neue Autos in einer täuschend echten 3D-Umgebung ausgiebig betrachtet und getestet werden – Monate bevor es einen ersten realen Prototypen geben kann.

Aus diesen und anderen Gründen stellen viele Wissenschaftler, Politiker und Verbände die Frage: Lohnt es sich, dies alles zu gefährden, nur um den „populistischen und wenig effektiven“ Gesetzentwurf umzusetzen. Abgesehen davon das es für Jugendliche ohne Kontrolle der Eltern ein leichtes sein wird, „Killerspiele“ aus dem Ausland und dem Internet zu ziehen, müssen sich die Initiatoren des neuen Gesetzentwurfs fragen lassen, warum Sie nicht auch schärfer gegen Alkohol, Zigaretten, Waffen, Straßenverkehr und Umweltverschmutzung oder nachlässige Eltern vorgehen. Anders als Videos und „Killerspielen“ sind das direkte und eindeutig belegbare Ursachen für viele Todesfälle.

Übrigens hat sich jetzt auch der deutsche Kulturrat zu Wort gemeldet, der zu bedenken gab, dass die Freiheit der Kunst auch für Computerspiele gelten müsse. Vielleicht sollte sich der Kulturrat nicht zu laut melden – sonst könnte jemand ja auch auf die Idee kommen auch hier mal Regeln zu setzen – hmmm, gab es sowas nicht irgendwie schonmal in Deutschland? Egal – wie bei vielen neuen Gesetzen üblich könnte man doch sogar beim Verbot bestimmter Kunst mit dem Schreckgespenst „Internationaler Terror“ weiterkommen – man bedenke, was die Karrikaturen ausgelöst haben – da müßte sich Deutschland doch eigentlich auch schützen und schon könnte man Kunst als Gefahr oder Jugendgefährdung verbieten …

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