martins privates blog - Wieder ein Blog aus Stuttgart ;)

“Datenskandal” auch in Stuttgart

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Auch die Stadt Stuttgart hat Konten von 1760 Mitarbeitern mit Lieferantenkonten zur Korruptionsprävention abgeglichen.

Siehe swr.de: OB Schuster verspricht Mitarbeitern Aufklärung und sn: OB Schuster geht auf Distanz zu Rechnungsprüfern

 

Safer Internet Day

Ach ja: Heute ist ja Safer Internet Day. Also Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten, vor Viren und Trojanern schützen und immer mal lesen was man so zustimmt ;)

Aber im Ernst: mehr Informatione unter klicksafe.de 

via alleswasbewegt.de

 

Ablieferungspflicht für Netzinhalte – Aber was und wie?!

Seit heute ist die Verordnung zur Pflichtablieferung von Netzpublikationen (PDF) in Kraft getreten. Nicht, das sich das Problem nicht angekündigt hätte, ich habe auch einiges darüber gelesen, bin mir wie viele andere aber nicht sicher, was für Konsequenzen ich daraus ziehen werde / muss.

Welche Inhalte sollen abgeliefert werden und wie kann das technisch umgesetzt werden? Ich bin leider nur Informatiker, kein Jurist. Entsprechend kann ich mit den schwammigen Formulierungen bis jetzt auch nicht viel anfangen. Und wenn ich noch nichtmal weiß, “Was?” man abgeben soll, fällt es auch schwer das “Wie?” zu klären. Auf das “Warum?” will ich erst recht nicht eingehen.

Per FTP und als PDF soll nach der FAQ abgegeben werden aber nur, wenn das PDF veröffentlicht wird und nicht extra angefertigt wird. Sonst als ZIP-Archive und so, dass man es ohne Hilfsmittel lesen kann? Also fallen DB-Dumps schonmal weg. Soll ich jetzt also jedes Wochenende damit zubringen, alle meine Web-Projekte und die aller Kunden einfach mit wget zu sichern, zu packen und abzugeben? Gut, das sind ja dann auch nur jede Woche mehrere duzend Gigabyte, das geht ja noch – aber wenn das jeder macht, will ich nicht die traffic-Kosten der DNB haben…

Alleine einmal die Fotogalerie-Stuttgart mit über 11.000 Fotos hochzuladen sollte ein bisschen dauern. Aber richtig übel wären dynamische Projekte wie  blogoscoop. Die bislang 60 Mio. pi-Datensätze werden mit 3000 Blogs und 200.000 Artikeln + 200.000 Antworten verknüpft. Daraus können unter anderem 15 unterschiedliche Arten von Rankings erstellt werden, die sich noch mit 4500 Tags variieren und über Land, Region, Stadt und Sprache einschränken lassen. Im Moment sind das übrigens rein rechnerisch über 2.864.727.332.766.000 mögliche Rankings [vereinfachte Formel: ((n+k-1)!/(k!*(n-1)!)*c*l*i]. Die werden dann auch noch 15 Minuten neu berechnet. Muss ich die alle Abliefern? ;)

Weitere Infos:

 

Aktivitäten und Schlaf überwachen

Wem Bloggen, Twitter und soager Webcam noch nicht genug Überwachung sind, sollte sich mal fitbit anschauen:

Did I get enough exercise today? How many calories did I burn? Am I getting good quality sleep? How many steps and miles did I walk today? The Fitbit Tracker helps you answer these questions.

Man muss das Gerät nur irgendwo am Körper tragen und wenn man in Reichweite der Basisstation ist, werden alle Daten drahtlos und automatisch an den Server des Herstellers übertragn. Auf dem Webserver kann man dann noch eingeben was man gegessen hat und so soll fitbit dem Benutzer helfen, fit und gesund zu bleiben/werden. Über die Website ist man dann auch in einer Community eingebunden.

Wäre mir jetzt ein bisschen zu viel der Überwachung aber wen das nicht stört: Im Dezember soll das ganze für 99$ erhältlich sein – der Zugang zur Website ist inclusive.

 

Daten-”GAU”?!

Ich versteh mal wieder nicht, warum jetzt alle Welt so einen Aufstand um den Daten-”GAU” und die Weitergabe von persönlichen Daten macht (siehe Illegaler Handel mit Kundendaten: Der “GAU” wird immer noch größer).

Da geben die Leute bei jeder Gelegenheit alle persönlichen Daten preis (Adresse, Bankverbindung, Geburtstag, Perso-Nummer, Einkaufsgewohnheiten, Daten von Bezahlungen, …) nur, um mit einer Chance von 1:1 Mio. eine Tasse oder ein T-Shirt zu gewinnen bzw. 2% beim Einkauf zu sparen und dann ist die Verwunderung groß, dass die Datenhändler die eigentlichen Gewinner sind.

Die Meinung zur elektronischen Gesundheitskarte scheint sich ja gerade schon zu verändern – ob auch immer noch über 50% der Deutschen für heimliche Online-Durchsuchung, zentrales Melderegister,  Vorratsdatenspeicherung usw. sind oder muss es da noch öfter passieren, dass Überwachungs- oder Meldedaten öffentlich im Netz stehen? ;)

 

Erfasst

Ich bin auch einer der “Glücklichen”, die schon die neue, eindeutige Steueridentifikationsnummer erhalten haben, die zukünftig alle Bürger der BRD von Geburt an bis 20 Jahre nach den Tod verfolgen und gläsern machen wird.

Musterklage gegen Nummer findet sich hier, wird aber wahrscheinlinch in etwa so erfolgreich sein, wie in den 1970ern in der DDR gegen deren ID zu klagen. Vielleicht macht man sich ja auch heute schon wieder verdächtig, weil man für Datenschutz ist, denn wer nichts zu verbergen hat hat ja nie was zu befürchten…

 

4 Jahre OpenStreetMap

Warum es das OpenStreetMap-Projekt braucht, obwohl es doch Google Maps und den Kartendienst von Microsoft gibt, erklärt Frederik Ramm in einem Interview auf  golem.de: Google hat Karten – OpenStreetMap hat Geodaten.

Das Projekt, bei dem wie bei der Wikipedia jeder mitarbeiten kann, um die Qualität zu verbessern, hat Steve Coast bereits 2004 gegründet.

 

Datenschutz ist Bürgerrecht

Gestern gab es auf Phoenix die Live-Übertragung der ersten Lesung des neuen BKA-Gesetzes zu sehen.  Eine Zusammenfassung gibt es hier: tagsesschau.de: Gesetz für eine “Monsterbehörde”?

Ich habe letzt schon im Blog von Henning etwas meiner Frustration Luft gemacht, was die Möglichkeiten zur Abwendung immer weiterer Überwachung angeht, trotzdem hier ein Linktip, den ich über twitter gefunden habt:




www.datenschutz-ist-buergerrecht.de

Hier gibt es neben News (RSS-Feed) unter anderem auch einen kleinen Datenschutztest und Hintergrundinfos.

Damit habe ich wohl schon genauer hingeschaut, als eine Autorin von sueddeutsche.de ;)

 

USB-Stick statt Laptop

Wozu noch einen Laptop mitschleppen, wenn man sowieso einen PC in der Nähe hat, den man nutzen kann indem man seine komplette Arbeitsumgebung und alle wichtige Daten auf einem USB-Stick unterbringen kann:

Killer Tools to Get The Most Out of Your USB Thumb Drive

 

Demnächst Fingerabdrücke im Personalausweis?

Warum bin ich inzwischen eigentlich kaum noch überrascht, dass immer noch mehr private Daten gesammelt werden sollen? Nachdem man bisher wegen des Reisepasses ja einfach nur auf Reisen in Nicht-EU-Länder verzichten musste, wenn man nicht wollte, das die Fingerabdrücke erfasst werden, wird man bald nicht mehr daran vorbeikommen. Zumindest wenn die neuen Pläne des Innenministeriums Realität werden, nach dem die beiden Abdrücke der Zeigefinger im Personalausweis gespeichert werden.

Nach den letzten Erfahrungen wird der von Innenminister Schäuble geforderte elektronische Personalausweis wohl genauso Realität werden, wie die EU-weite Durchsuchung und Konfiszierung von Datenträgern z.B. in Laptops und MP3-Playern, wie sie in den USA schon länger Realität ist.

Erfassung biometrischer Daten des Gesichts, aller Kommunikationsverbindungen, kompletter Bewegungsprofile dank Handy, Fingerabdrücke im Reisepass, unbemerktes Auslesen der Daten via RFID-Chip, jede Menge Videomaterial sobald man das Haus verlässt, gläserne Bankkonten, kein besonderer Schutz bei Anwälten, Ärzten, Journalisten oder Seelsorgern, das Lesen von Briefen, Massen-DNS-Tests, abhören von Telefonaten und privaten Gesprächen, Spuren beim surfen im Web und nutzen von Google und anderen Diensten, Spuren beim On- und Offline-Einkauf dank EC-, Kredit-, und Bonuskarten bald wohl auch Fingerabdrücke im Personalausweis (für jeden Pflicht), Videoaufnahmen in der eigenen Wohnung, geheime Hausdurchsuchungen und vieles mehr.

Nur gut, das man nichts befürchten muss, wenn man nichts zu verbergen hat und dass auch niemand ein Interesse hat, die ganzen erfassten Daten zu mißbrauchen oder gar zu verändern und Schäuble persönlich wird sicherstellen, das Unbefugte keinen Zugriff auf fremde Daten erhalten.

 
 
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